Archiv Positive Stimmen

Der Ablauf

Die Deutsche AIDS-Hilfe als Interessenvertretung der Menschen mit HIV und Aids und Dachverband der Aidshilfen in Deutschland unterstützt und koordiniert die Umsetzung des PLHIV Stigma Index unter dem Titel "positive stimmen" in Deutschland. Der Titel verweist auf das Anliegen des Projektes, den "Stimmen" von HIV-Positiven zum Thema Stigmatisierung und Diskriminierung Gehör zu verschaffen. Elementar für die Umsetzung ist die Teilhabe von und Zusammenarbeit mit Menschen mit HIV. Daher wird das Projekt von einem Beirat von Vertretenden aus Initiativen der Selbstorganisation von Menschen mit HIV begleitet. Kern des Projektes ist die Dokumentation von erlebter Stigmatisierung bei Menschen mit HIV und Aids.

Die Dokumentation erfolgt über Interviews, die von Menschen mit HIV durchgeführt werden. Um als Interviewer/innen arbeiten zu können, nahmen Interessierte an einem Training für so genannte Peer Researcher (Forschende) teil. Als Peer Researcher bezeichnet man Forschende, die sich mit Themen, die sie selbst betreffen, auseinandersetzen. Dieser Ansatz "Positive sprechen mit Positiven", schafft im Interview eine andere Interaktion, z.B. eine verständnisvollere Atmosphäre im Vergleich zur Situation, wenn eine unbetroffene Forscherin Fragen stellt. Für Beteiligte gibt es so auch die Möglichkeit, falls gewünscht, sich über Erfahrungen oder Kontakte zu Initiativen der Selbstorganisation oder Beratung auszutauschen. Die Interviews fanden über einen Zeitraum von ca. einem halben Jahr, zwischen Oktober 2011 und März 2012 statt. Mittlerweile ist die Interviewphase abgeschlossen.

Nach Auswertung und Interpretation der Daten und der Berichtslegung werden die Ergebnisse das erste Mal im Rahmen Europas größter Selbsthilfekonferenz im Bereich HIV erfolgen, den Positiven Begegnungen (vom 23.-26.08.2012 in Wolfsburg).  Bereits während der Projektlaufzeit soll die (Fach-)Öffentlichkeit durch eine durchgängige Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Bedeutung des Themas sensibilisiert werden. Zu Zwecken der Qualitätssicherung wird das Projekt durchgängig wissenschaftlich begleitet, um möglichst umgehend auf aufkommende Veränderungen im Prozessverlauf reagieren zu können.