Was ist HIV-bezogene Stigmatisierung?

Auftreten von HIV in den 80er Jahren

Zur Einschätzung, ob und wie stark etwas stigmatisiert wird, werden meist folgende Fragen gestellt. Wird ein Risiko für andere damit in Verbindung gebracht, also, ist z.B. eine Krankheit übertragbar? Wird es als etwas potenziell Tödliches betrachtet? Wird das Phänomen bzw. sein Verlauf als unkontrollierbar eingeschätzt? Kann der Ursprung des Phänomens in einem „moralisch verwerflichen Verhalten“ gesehen werden bzw. wird ein Verschulden bei der betroffenen Person ausgemacht? Ist das Phänomen an äußerlichen Merkmalen erkennbar?

Als die ersten Fälle von Aids in den 80er Jahren auftraten, wurden all diese Fragen mit „Ja“ beantwortet. Folglich erfuhren HIV/ Aids und damit Menschen mit HIV/ Aids gesellschaftliche Stigmatisierung. Von Beginn an wurden HIV-Positive diskriminiert – so gab es zum Beispiel Pläne für eine „lebenslange, der Krankheit angemessenen Quarantäne für Uneinsichtige“ (womit hauptsächlich Drogengebrauchende und Sexarbeitende gemeint waren).