Was ist HIV-bezogene Stigmatisierung?

Wie zeigt sich Stigmatisierung?

HIV-Positive erleben Stigmatisierung und Diskriminierung in vielen Lebensbereichen und auf vielfältige Weise. In Partnerschaften kann es sein, dass sich die Partnerin oder der Partner aufgrund des HIV-Status abwendet. Im familiären Kreis kann es zu Tabuisierung des Themas oder auch Ausgrenzung kommen. Auch wenden sich manchmal Menschen aus dem Freundeskreis nach der Offenlegung einer Infektion ab. Manche Menschen mit HIV berichten darüber, dass am Arbeitsplatz über sie geredet wird – mit einem vermeintlichen Bezug zur HIV-Infektion bzw. einer unbekannten Krankheit. Es gab auch bereits Fälle, in denen HIV-Positiven aufgrund ihrer Infektion gekündigt wurde. Im medizinischen Bereich erleben Menschen mit HIV immer wieder Benachteiligungen – sei es, erst am Ende der Sprechstunde behandelt zu werden oder den Status deutlich sichtbar auf der Patient/innenakte vermerkt zu bekommen.

In Deutschland und vielen anderen Ländern kommt es immer wieder Prozessen und Verurteilungen aufgrund von Exposition und Übertragung von HIV. Im Fall von selbstbestimmten Sex ist dies jedoch etwas, was zum einen nicht juristisch verhandeln werden kann und zum anderen nicht strafrechtlich verfolgt werden darf. Auch Einreisebeschränkungen für Menschen mit HIV, wie sie in vielen Ländern noch gelten, sind klare Fälle von Diskriminierung. Dies sind nur einige Beispiele und Bereiche, in denen HIV-bezogene Stigmatisierung und Diskriminierung weiterhin stattfindet. Das Projekt „positive stimmen – der HIV-Stigma Index“ in Deutschland, will weitere Fälle und Erfahrungen systematisch dokumentieren.