Was ist Stigmatisierung?

Stigmatisierung als Prozess

In dem Projekt wird  der Begriff „Stigmatisierung“ verwendet um zu unterstreichen, dass das Konzept einen Prozess und keine Eigenschaft oder einen Fakt beschreibt. Stigmatisierung wird damit bewusst in Abgrenzung zu „Stigma“ gesetzt.

Ein Stigma „an sich“ existiert genauso wenig, wie Menschen ein Stigma „besitzen“ können. Vielmehr ist Stigmatisierung ein dynamischer und veränderbarer Prozess, der zwischen Menschen, in Gruppen und in einem bestimmten gesellschaftlichen Zusammenhang abläuft. Während z.B. in vielen westlichen Kulturen Drogengebrauch verurteilt und stigmatisiert wird, gilt er in anderen Regionen der Welt als Hilfsmittel zur Erlangung spiritueller Erfüllung. Menschen werden dann stigmatisiert, wenn sie mit Verhalten oder einer Sache in Verbindung gebracht werden, die in einer bestimmten Kultur stigmatisiert werden – wie z.B. Drogenkonsum oder schwulem Sex. Wechseln Menschen den kulturellen Kontext oder ergeben sich gesellschaftliche Veränderungen (wie z.B. im Falle der Veränderung des gesellschaftlichen Bildes von alleinerziehenden Elternteilen), erfährt das Verhalten bzw. die Sache eine andere Bewertung und damit ggf. keine Stigmatisierung mehr.