Was ist Stigmatisierung?

Die Schritte im Prozess

Was passiert zwischen Menschen bzw. in Gruppen, wenn Stigmatisierung entsteht? Ein genauer Blick zeigt einen mehrstufigen Prozess: Ausgangspunkt ist, dass Menschen anfangen, Unterschiede untereinander festzumachen, diese zu benennen und der Gruppe der anderen  Negatives zuschreiben sowie sie damit abzuwerten.

Anhand eines Beispiels sei dieser Prozess verdeutlicht: Einer ersten Abgrenzung („Ich gehe arbeiten – und sie nicht.“) folgt die Zuschreibung von negativen Eigenschaften („Wer nicht arbeitet, ist faul und eine Last für die Gemeinschaft.“). Ein weiterer Schritt vollzieht eine endgültige Trennung in Gruppen, also zwischen „uns“ und „ihnen“ („Das sind die Sozialschmarotzer, für die wir uns den Rücken krumm schuften!“). Entscheidend für den Prozess der Stigmatisierung ist, dass es zu Diskriminierung und Statusverlust derjenigen kommt, die als Mitglieder einer auf diesem Wege als „anders“ identifizierten Gruppe gelten („Mit solchem Abschaum möchte ich nichts zu tun haben – denen gehören die Sozialleistungen gestrichen!“).