Was ist Stigmatisierung?

Verinnerlichte Stigmatisierung

Als Teil der Gesellschaft verinnerlichen Menschen, die stigmatisiert werden, oft selbst die negativen Zuschreibungen. Das passiert manchmal bereits in der Kindheit und Jugend – wenn die Stigmatisierung von Geburt an erfahren wird; in anderen Fällen hingegen durch eine spätere Auseinandersetzung aufgrund der Feststellung, dass man als „anders“ wahrgenommen wird. Schwule und lesbische Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund und/ oder Menschen mit HIV z.B. setzen sich meist zwangsläufig alle an irgendeinem Punkt in ihrem Leben mit den Bildern auseinander, die ihnen als vermeintliche „Angehörige einer Minderheit“ zugewiesen werden. Je nach Lebenslage, Bewältigungsressourcen oder Bewältigungsstrategien integrieren oder verfestigen sich negative Zuschreibungen in dem Bild, das sie selbst von sich haben. Dieser Prozess der internalisierten, also verinnerlichten Stigmatisierung kann sich wiederum auf das Selbstbewusstsein, den Selbstwert und damit z.B. auch auf konkrete Lebensbereiche wie das Gesundheitsverhalten auswirken.