Was sind die Folgen?

HIV-Prävention

Für die HIV-Prävention stellen Stigmatisierung und Diskriminierung große Herausforderungen dar. Da die Themen HIV, Sexualität und Drogengebrauch stark stigmatisiert sind, ist es schwierig, Menschen mit Botschaften zu erreichen, wie sie sich vor einer Übertragung schützen können. Auch verhindert sie die Kommunikation zwischen Menschen in und über Situationen, in denen Übertragungen stattfinden können: bei gemeinsamem Sex oder Drogengebrauch.

Konkret kann Stigmatisierung zur Folge haben, dass HIV-Testangebote häufig erst spät aufgesucht werden – das heißt erst, wenn der Gesundheitszustand sich bereits deutlich verschlechtert hat. Dieses Phänomen wird in der Literatur auch unter dem Begriff der „Late Presenter“ (to present lately - spät „vorstellig“ werden) diskutiert. Der Begriff beinhaltet auch den Fall, dass bereits Positiv-Getestete erst mit einer sehr niedrigen T-Helfer-Zellen-Zahl ärztliche Betreuung aufsuchen, um eine Therapie zu beginnen. Beeinflusst von HIV-bezogener Stigmatisierung wird auch die so genannte Therapietreue, also wie konsequent und den Vorgaben entsprechend die Medikamente eingenommen werden. In Subsahara-Afrika kann das bedeuten, dass eine HIV-positive Person nicht regelmäßig den Bus in die nächst-größere Stadt zum Krankenhaus nimmt, da Häufigkeit und Regelmäßigkeit der Busfahrt die Nachbar/innen genau das denken lassen könnten. In weniger dicht besiedelten Regionen in Deutschland kann dies bedeuten, dass Menschen nicht die Apotheke im eigenen Dorf aufsuchen wollen, um ihre Medikamente zu bekommen, sondern lieber einen weiteren Weg in Kauf nehmen – oder es im Zweifel unterlassen.