Welche Gegenstrategien gibt es?

Initiativen von Menschen mit HIV

Entwicklungen im HIV/ Aids-Bereich sind in vielerlei Hinsicht vorreitend und einzigartig. Das trifft vor allem für die Selbstorganisation von den Menschen zu, die von HIV bedroht und betroffen sind. Nur durch die Selbsthilfebewegung konnten in den 80er und 90er Jahren die Weichen für eine menschliche HIV-Politik, eine adäquate gesundheitliche Versorgung und eine lebensweltorientierte HIV-Prävention gelegt werden. Die Selbstorganisation von Menschen mit HIV ist nach wie vor elementar – auch wenn sich die Themen, zu denen die Auseinandersetzungen stattfinden, verändert haben. Zu diesen Themen gehört weiterhin das Engagement im Bereich Entstigmatisierung.

Über die Selbsthilfearbeit hinaus bilden Empowerment und Partizipation von Schlüsselgruppen die Grundlage für nachhaltige Entwicklungen im HIV-Bereich. Unter den beiden Begriffen wird verstanden, dass Menschen unterstützt werden, sich selbst zu organisieren, selbst Einfluss auszuüben und bei den Dingen beteiligt zu sein, die sie betreffen.Wege zur Enstigmatisierung können nur mit HIV-Positiven gemeinsam diskutiert, angegangen und vorangebracht werden. Hierzu braucht es engagierte Menschen, funktionierende Organisationsformen und Unterstützung der Selbstorganisation an den Stellen, an den dies gewünscht ist – so dass die Stimmen von Menschen mit HIV/ Aids in der Gesellschaft gehört und ihre Interessen selbstverständlich integriert werden.