Welche Gegenstrategien gibt es?

Staatliches Engagement

Regierungen und staatliche Einrichtungen sind aufgerufen, weiterhin und weitergehend zu einer verstärkten Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Bedeutung von (Ent-)Stigmatisierung beizutragen. Die Bundesregierung engagiert sich seit den 80er Jahren mit dem Welt-Aids-Tag für die Solidarität mit Menschen mit HIV. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) trägt über Aufklärungs- und Informationskampagnen zur Entstigmatisierung von Menschen mit HIV bei. Die Umsetzung einer EU-Richtlinie im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz 2006 war ein weiterer Schritt zur aktiven Bekämpfung und Verhinderung von Diskriminierung. Die in dem Zusammenhang eingerichtete Antidiskriminierungsstelle des Bundes, an die sich Menschen, die Diskriminierung erfahren haben, wenden können, war eine weitere notwendige Entwicklung.

Aufgrund anhaltender Diskriminierung und Stigmatisierung von HIV-Positiven bleibt es allerdings elementar, die Bemühungen weiterzuführen, z.B. durch folgende Maßnahmen: die Auslegung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz muss den Schutz vor Diskriminierung aufgrund einer HIV-Infektion beinhalten; Berufseinschränkungen für Menschen mit HIV müssen aufgehoben werden; der Abschluss von Lebensversicherungen muss auch für Menschen mit bekanntem positiven Status möglich sein; staatliche Einrichtungen und die Zivilgesellschaft müssen zusammenarbeiten, um die Kriminalisierung der HIV-Übertragung in der jetzigen Form zu stoppen; auf europäischer und internationaler Ebene muss sich die deutsche Regierung für die Reisefreiheit von Menschen mit HIV einsetzen.